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Leserfragen zur Geld- und Zinsproblematik
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Ist
die Hortung von Bargeld
wirklich eine nennenswerte
Grösse?
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Wo sind die 600
Milliarden Euro geblieben,
die in den letzten
zwei Jahren an
den deutschen Börsen
"verdampft"
sind?
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Es erscheint mir
unwahrscheinlich, dass
irgendwer größere Geldmengen
"hortet", statt zumindest ein paar
Euro Zinsen dafür zu
erhalten.
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Besteht nicht
die Gefahr, dass bei
einem Rückgang des
Zinses auf 0% der Wille
zur Bildung und Bewahrung
von Kapital nachlässt?
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Wieso konnte in
Japan der Zinssatz auf
0% fallen, obwohl dort
keine Geldumlaufgebühr
eingeführt wurde?
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Warum
soll eine Geldumlaufgebühr
nicht auch auf Börsengewinne
und Kapitalanlagen erhoben
werden?
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Soll eine Geldumlaufgebühr
nur auf Bargeld oder
auch auf Girokontenbestände
erhoben werden?
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Wenn man die Möglichkeit
eines Zinses gegen null fordert,
wird oft mit dem
Hinweis auf Japan gekontert.
Dort könnte man sehen, wohin
das führt.
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Kann
sich gespartes
Geld ohne Geldschöpfung
vermehren?
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Warum
nehmen die öffentlichen
und privaten Verschuldungen
dauernd zu?
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Ist
die Hortung von Bargeld
wirklich eine nennenswerte
Grösse?
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Helmut Creutz: "Wie
man heute weiss, war
vor der Euro-Einführung
rund ein Drittel der
DM-Bargeldbestände im
Ausland gehortet und
ein weiteres Drittel
im Inland, vor allem
in kriminellen und Schwarzen
Kassen. Bei den Banken
brauchen wir eine solche
Hortung kaum zu befürchten.
Sie leben vom Weiterverleihen
und würden sich mit
einer Hortung des Geldes
selbst am meisten schädigen."
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Wo sind die 600
Milliarden Euro geblieben,
die in den letzten
zwei Jahren an
den deutschen Börsen
"verdampft"
sind?
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Helmut Creutz: "Zunächst: Aktien sind
niemals Geld, sondern
sie werden nur mit Geld
erworben bzw. gegen
Geld wieder verkauft.
Wenn Sie für 100.000
Euro Aktien besitzen
und Sie nach einem Kurseinbruch
nur noch 40.000 Euro
dafür wiederbekommen,
dann sind die "fehlenden"
60.000 Euro ja nicht
"vernichtet"
worden - die hat jetzt
nur jemand anders. Und wie bei jedem Kauf
oder Verkauf verändert
sich damit nicht die
umlaufende Geldmenge,
unabhängig davon, ob
man beim Kaufvorgang
Gewinne oder Verluste
macht. Was in den letzten
Jahren an den Börsen
"verdampft"
ist, war also kein
Geld, sondern
hochgerechnete spekulative
Hoffnungen auf einen
möglichen Geldgewinn,
den man bei einem rechtzeitigen
Verkauf hätte machen
können! Kurz: So
wenig wie bei Preiseinbrüchen
in den Läden Geld vernichtet
wird, so wenig ist das
auch an den Börsen der
Fall. Das heisst, es
gibt zwar Verluste bis
hin zum Ruin von einzelnen
Börsenteilnehmern, aber
eine Vernichtung oder
"Verdampfung"
von umlaufendem Geld
findet nicht statt."
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Es erscheint mir
unwahrscheinlich, dass
irgendwer größere Geldmengen
"hortet", statt zumindest ein paar
Euro Zinsen dafür zu
erhalten.
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Helmut Creutz: "Der Geldentzug aus dem
Umlauf wird häufig angezweifelt.
Jedoch hat die Bundesbank
bereits vor 10 Jahren
ermittelt, dass sich
1/3 der herausgegebenen
Geldscheine im Ausland
befindet. Bankinsider
schätzen, dass von dem
Rest noch mal etwa ein
Drittel in Deutschland
gehortet wird, vor allem
in kriminellen und Steuerhinterziehungskassen.
Problematischer - weil
unberechenbarer - sind
jedoch die kurzfristig
schwankenden Geldhortungen,
die - statistisch nachweisbar
- bei sinkenden Zinsen
auf- und bei steigenden
Zinsen wieder abgebaut
werden. Die Konsequenzen
erleben wir seit etlichen
Jahren in Japan."
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Besteht nicht
die Gefahr, dass bei
einem Rückgang des
Zinses auf 0% der Wille
zur Bildung und Bewahrung
von Kapital nachlässt?
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Helmut Creutz: "Solange wie Kapital
knapp ist, ist auch
ein positiver Zins als
"Knappheitsgewinn" gerechtfertigt,
da er zum Sparen und
zur Sachkapitalbildung
anregt. Bei Waren würde
ein "Knappheitsaufschlag"
über die Vermehrung
des Angebots und den
Wettbewerb sehr rasch
zu seinem Abbau führen. Beim
Geld jedoch kann dieser
Knappheitsgewinn - wie
bei einem Monopol -
einfach durch eine Verweigerung
des Angebots
selbst dann noch aufrecht
erhalten werden, wenn
wir, wie heute der Fall,
im Geld förmlich schwimmen.
Würde
das Kapital unter dem gleichen
Angebotszwang wie Arbeit
und Güter, würde der
Zins
schon seit Jahrzehnten
um die Nullmarke pendeln,
zumindest in unseren
Breiten. Auch in der
übrigen Welt hätte sich
das überschüssige Geldkapital
schon seit langem zu
niedrigeren Sätzen anbieten
müssen. Und würde
im Zuge neuer Innovationen
oder ähnlicher Gründe
die Nachfrage irgendwo
und irgendwann das Angebot
übersteigen, würde sich,
zusammen mit den auflebenden
"Knappheitsgewinnen",
vorübergehend auch wieder
ein positiver Zins bilden
können.
Die Annahme,
dass bei einem Zinssatz
von 0% jeder sein Haus
oder Unternehmen verkauft,
ist nicht zu befürchten,
so lange man bei anderen
Anlagen keine höheren
Zinsen erhalten kann.
Im übrigen würden durch
Verkäufe weder die Häuser
noch die Fabriken verschwinden,
also auch beim neuen
Besitzer weiter nutzbar
sein. Und so lange diese
Sachgüter ihre Kosten
einbringen, einschließlich
Abschreibung, Unternehmerlohn
und betriebsnotwendigem
Gewinn, sind sie auch
ohne Zinsen wirtschaftlich."
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Wieso konnte in
Japan der Zinssatz auf
0% fallen, obwohl dort
keine Geldumlaufgebühr
eingeführt wurde?
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Helmut Creutz: "Die Freiwirtschaftslehre
besagt, dass die Zinssätze
mit zunehmenden, überschüssigen
Geldvermögen gegen
null fallen werden,
wenn man die Geldzurückhaltungen
durch eine Umlaufsicherung
mit Kosten belegt. Diese heute
möglichen Geldzurückhaltungen
und damit Geldverknappungen
verhindern jedoch ein
solches marktgerechtes
Absinken der Zinssätze,
da es ab einer bestimmten
Zinsgrenze von etwa
2-3% zu einer wachsenden
Geldzurückhaltung
kommt. Der damit verbundene
Entzug von Zahlungsmitteln
führt entweder zu einem
Wiederanstieg der Zinsen
oder - wie in Japan
- beim Unterschreiten
der kritischen Zinsgrenze
zu einer deflationäre
Rezession. Denn auf
Grund der immensen Geldhortungen
kommt es zu Nachfrageeinbrüchen
und Rückgängen von Investitionen
und schließlich zu fallenden
Preisen. Ein Herauskommen
aus dieser deflationären
Lage ist nur sehr schwer
möglich, wie die gescheiterten
Versuche in Japan zeigen.
Selbst mit Zinssätzen
von 0% ist dann die
Wirtschaft nicht zu
mobilisieren. Nicht
nur, weil bei solchen
Zinssätzen niemand sein
Geld zur Bank bringt,
sondern vor allem, weil
die Geldhortung durch
den Preisverfall sogar
noch belohnt wird (weil
man morgen fürs gleiche
Geld mehr bekommt).
Mit
anderen Worten: Bei
der heutigen Umlaufsicherung
durch positive Zinsen
führt ein Absinken der
Zinssätze gegen Null
zu katastrophalen Wirtschaftslagen,
bei einer zinsunabhängigen
Umlaufsicherung dagegen
zu einem wirtschaftlichen
Optimum."
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Warum soll eine
Geldumlaufgebühr
nicht auch auf Börsengewinne
und Kapitalanlagen erhoben
werden?
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Helmut Creutz: "Die Geldnutzungsgebühr
hat die Aufgabe, über
einen verstetigten Geldumlauf
die Geldmengensteuerung
und Kaufkraftstabilität
zu optimieren, sowie
über eine vermehrte
Geldfreigabe die Zinsen
abzusenken. Mit diesem
Absenken der geldbezogenen
Zinssätze werden sich
automatisch auch die
davon abgeleiteten Zinsen
aus Kapitalanlagen
zurück entwickeln. Denn
z.B. kaum ein Vermieter kann
noch eine Baukostenverzinsung
von 5 oder 6% beanspruchen,
wenn die Mieter zum
Kauf einer Eigentumswohnung
bei den Banken Hypotheken
für 2% erhalten können.
Die
in der Frage angesprochenen
Gewinne an den Börsen,
werden - soweit die
Dividenden gemeint sind
- sich ebenfalls den
Zinssätzen anpassen.
Darüber hinausgehenden
Spekulationsgewinne
betreffen jedoch - ähnlich
wie bei Spielbanken
oder Wetten - im Normalfall
nur andere spekulierende
Mitspieler. Sie sind
also kein volkswirtschaftliches
Problem bzw. keine Frage
ungerechter Umverteilung."
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Soll eine Geldumlaufgebühr
nur auf Bargeld oder
auch auf Girokontenbestände
erhoben werden?
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Helmut Creutz: "Diese Frage wird
kontrovers diskutiert.
Ich halte
es für erforderlich,
die Geldumlaufgebühr auf
alle Zahlungsmittel
zu beziehen, also auf
Bar- und Giralgeld.
Damit würden alle
Geld-Überschüsse den
Banken zur Kreditvergabe
überlassen und der Druck
auf die Zinsen vergrößert.
Für langfristige Geldanlagen
würde keine Gebühr erhoben."
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Wenn man die Möglichkeit
eines Zinses gegen null fordert,
wird oft mit dem
Hinweis auf Japan gekontert.
Dort könnte man sehen, wohin
das führt.
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Helmut Creutz: "Niedrige Zinsen sind
nur dann positiv, wenn
mit ihnen keine Geldzurückhaltungen
verbunden sind, denn
Geldzurückhaltungen
führen zu Rezessionen
und Deflationen. Genau
das aber ist in Japan
in einem erschreckenden
Mass der Fall.
Eingeleitet
wurde dieser Rezessionsprozess
bereits vor zehn Jahren
durch eine
irreale Bodenspekulation.
Dabei stiegen die Spitzenpreise
im Zentrum Tokios bis
zu einer Million Euro/qm
an und der Bodenwert
ganz Tokios auf den
der ganzen USA. Obwohl die
Banken bei Kreditvergaben
vorsichtig waren, entstanden riesige Verluste
und Zahlungsunfähigkeiten,
als die Bodenwerte wieder
auf weniger als ein
Fünftel zusammenbrachen.
Im
Zuge dieser Bodenwertverluste
kam es auch zu Preiseinbrüchen
in anderen Bereichen.
Und zeigen dann die
Preise einmal nach unten,
nimmt die Geldzurückhaltung
zu, in der Hoffnung
auf noch größere Preisvorteile
in der Zukunft. Verstärkt
wurde dieser Einbruch
der
Nachfrage noch
durch Geldabhebungen
von den Konten, weil
die Japaner ihre Ersparnisse
vor weiteren Bankpleiten
retten wollten. In welchem
Masse Geld
aus dem Verkehr gezogen
wurde, lässt sich an
dem Absatz von Tresoren
messen, der sich in
Japan in den letzten
Jahren verdoppelt hat.
Aufgrund
der Verknappungen der
Bankeinlagen mussten
eigentlich die Zinsen
wieder ansteigen. Doch
als Folge der schwachen
Nachfrage besteht auf Unternehmerseite
kein Investitionsinteresse.
Außerdem sind die Banken
wegen ihrer Kreditausfälle
und Liquiditätsschwäche
bemüht, ihr knapp gewordenes
Geld in der Kasse zu
halten. Kurz: Die niedrigen
Zinsen in Japan sind
kein Signal positiver
Sättigungsprozesse,
sondern Zeichen gefährlicher
deflationärer Entwicklungen,
so wie umgekehrt hohe
Zinsen im allgemeinen
inflationäre Entwicklungen
signalisieren."
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Kann sich gespartes
Geld ohne Geldschöpfung
vermehren?
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Helmut Creutz: "Geld sparen heißt Einkommen
nicht ausgeben. Das
gesparte oder Nicht-Ausgegebene
kann man entweder im
Küchenschrank ansammeln
oder bei einer Bank
einzahlen. Sammelt man
es zu Hause an, entzieht
man das gesparte Geld
dem Kreislauf. Die Bundesbank
muss dann, zur Behebung
des Geldmangels, zusätzliches
Geld drucken, also schöpfen.
Zahlt man das übrige
Geld dagegen bei einer
Bank ein, wird es über
Kredite an andere weiter
verliehen.
Was
sich bei der Bank mit
jeder Einzahlung oder
Überweisung vermehrt,
ist also nicht die Geldmenge,
sondern nur das sich
ergebende Guthaben und
damit der Anspruch auf
Rückerhalt des Gesparten.
Will man das Gesparte
- "sein Geld"
- wieder haben, muss
die Bank das Ausgeliehene
vom Kreditnehmer zurückverlangen
bzw. ihre Neuausleihungen
reduzieren. Das heißt,
nur beim Sparen zu Hause
muss die Bundesbank
das Geld vermehren.
Die Sparvorgänge bei
Sparkassen und Banken
bewirken keine
Vermehrung der Geldmenge
und erfordern deshalb
auch keine zusätzliche
Geldschöpfung. Dabei
spielt es keine Rolle, ob
das Gesparte aus Arbeitslohn,
Schenkungen
oder Zinsgutschriften
besteht.
In allen
Fällen ergibt sich nur
eine Besitz- bzw. Einkommensumverteilung,
die jedoch
nichts an der Geldmenge
verändert."
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Warum nehmen die
öffentlichen und privaten
Verschuldungen dauernd
zu?
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Helmut Creutz: "Schulden kann man immer
nur bei jemanden machen,
der Geld dafür zur Verfügung
hat. Das heißt, Schulden
können immer nur im
Gleichschritt mit sich
ansammelnden Geldvermögen
wachsen! Doch diese
ständig wachsenden Geldvermögen
bieten nicht nur die
Möglichkeit zu weiteren
Verschuldungen, sondern
zwingen geradezu dazu!
Dieser Notwendigkeit
zur Verschuldung resultiert
einmal aus dem Tatbestand,
dass Staat und Wirtschaft
die Lücken in den Kassen
schliessen müssen, die
durch die Zinszahlungen
entstehen. Vor allem,
wenn das Wirtschaftswachstum
- wie bei uns seit ca.
den 1960er Jahren -
die Summe der Zinszahlungen
nicht mehr ausgleichen
kann. Ein weiterer Grund
ist die Vermeidung von
Kreislaufunterbrechung,
hervorgerufen durch
einen Geldmangel. Dieser
führt zu Rezessionen
und Deflationen.
Sind
Unternehmen und Privathaushalte
nicht ausreichend zu
weiteren Verschuldungen
bereit, "dann muss
der Staat das am Markt
entstehende Kapitalüberangebot
aufnehmen, weil anderenfalls
eine deflationäre Wirtschaftsentwicklung
einsetzen würde",
wie Rüdiger Pohl, einer
der "fünf Weisen",
bereits vor Jahren in
einem ZEIT-Artikel schrieb.
Alles Gerede von Haushaltskonsolidierungen
und Sparzielen täuschen
also die Bürger über
die wahren Zusammenhänge.
Entscheidend
für die Schuldeneskalation
ist also das Überwachstum
der Geldvermögen, und
für beides die Zinssätze,
die seit Jahrzehnten
über den Wachstumsraten
der Wirtschaft liegen.
Ursache dieser immer
über null bleibenden
Zinssätze ist wiederum
der Tatbestand, dass
sich die Zinsbildung,
im Gegensatz zu allen
anderen Marktpreisen,
den Kräften von Angebot
und Nachfrage entziehen
kann. Denn sinkt der
Zins unter eine bestimmte
Marke, haben die Geldhalter
kein Interesse, ihr
Geld anzubieten und
verhindern damit ein
weiteres marktgerechtes
Absinken des Zinses.
Als Folge dieser künstlichen
Verknappungsmöglichkeit
erhält das Geldkapital
auch dann noch selbstverständlich
Zinsen, wenn diese aufgrund
des Überwachstums der
Geldvermögen und der
Sättigung der Märkte
eigentlich gegen null
tendieren müssten. Und
fällt der Zins trotz
Knapphaltung noch weiter,
weil die lukrativen
Investitionen nicht
im gleichen Tempo wie
die Geldvermögen zunehmen,
dann weicht das Geld
in Börsen- oder Bodenspekulationen
aus, an deren Ende deflationäre
Rezessionen drohen."
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